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Anbau und Pflege
Steckbriefe
Anbau und Pflege


Grundlagen zum Anbau von Kräuter


Kräuter einst und jetzt


Es gibt Küchen & Gewürzkräuter, Heilkräuter und Unkräuter. Auf meinen Seiten geht es nur um Küchen & Gewürzkräuter. Heilkräuter und deren Behandlungsmethoden lasse ich außen vor. Das hat auch seinen Grund.

Denn Kräuter sind im allgemeinen Giftpflanzen, und damit spielt man nicht herum. Im Mittelalter war das was anderes. Da dauerte es Tage oder Wochen bis ein Arzt erreichbar war. Man musste große Entfernungen überbrücken. In der Heutigen Zeit ist das was anderes. Ein Anruf genügt und ein Hausarzt steht mir noch am selben Tag zur Verfügung. Da kann ich mir den Aufwand ersparen mit Giftstoffen am eigenen Körper zu experimentieren. Als Nichtmediziner bin ich auch nicht in der Lage eine einwandfreie Diagnose zu stellen. Trotzdem kann es nicht schaden, ab und zu einen Kamillentee zu trinken. Hier bediene ich mich den Produkten die im Handel verfügbar sind. Ich vermeide auch das Sammeln von Wildkräuter in der Natur. Man kann sie mit einer anderen Pflanze verwechseln, oder sie sind unrein. (Schadstoffbelastung). Es könnte auch sein das sie unter Naturschutz stehen. Denn wer kann das alles Wissen. Im Zweifel lässt man das Kraut einfach stehen, und lässt der Natur seinen freien Lauf.


Also bleibe ich lieber bei den Küchenkräutern. Sie verfeinern unsere Speisen im Aroma und Geschmack und sind auch noch ein wertvoller Lieferant für Mineralien und Vitamine. Angepflanzt in Töpfen auf Balkon und Terrasse verbreiten sie nicht nur appetittanregende Düfte sondern dienen auch als Deko zwischen den Blumen. Das Naschen sollte aber nicht verboten werden. Ab und zu nach dem morgendlichen aufstehen ein Teelöffel voll frisch gepflügter Gartenkresse Hmmmmm


Selbstverständlich kann man auch die Kräuter im Garten anbauen. Dabei sollte der Standort sehr sorgfältig ausgewählt werden. Ist der Standort falsch ausgewählt wird man nicht viel Freude daran haben. Die Pflanze geht entweder kaputt, oder der Wachstum wird eingestellt. (Sie kümmert)


Ich bevorzuge den Kräuteranbau in Töpfen, dadurch kann ich den Standort jederzeit verändern, und an die Bedürfnisse des Krautes jederzeit anpassen. Was auch nicht sehr leicht ist. Hier kommt es auf die Erfahrungen an die jeder einzelne macht.Kräuter in Töpfen zu kultivieren ist eine der schwierigsten Aufgaben die man sich jemals stellen kann. Die optimalen Bedingungen für das Kraut werden nur selten zutreffen. Man kann sich daher nur annähern. Ferner habe ich die Möglichkeit die Erde (Substrat) speziell für die Pflanze zu mischen. Im Garten kann ich das nicht, oder nur bedingt.


Der Anbau


Fängt mit dem Einkauf an. Bereits ab März sobald die Samen im Handel sind erstellt man sich eine Liste welche Kräuter man anbauen möchte. Wenn man das das erste mal macht sollte man nicht zu viele Kräuter wählen. Anfangen würde ich mit Schnittlauch, Petersilie, Dill und Kresse. Als Anzuchtgefäße eignen sich sehr gut die im Handel angebotenen Anzuchtschalen mit Quelltöpfchen aus Torf, die in verschiedenen Größen (Anzahl der Gefäße angeboten werden). Eine Gebrauchsanweisung liegt meistens bei. Erfahrene Hobby-Gärtner verwenden auch ausgespülte Yogurtbecher. Man kann jedes Blumengefäß verwenden. Der Durchmesser sollte etwa 6-8 cm betragen. Wichtig ist das die Gefäße unten Löcher haben damit das Gießwasser in einem Untersetzer abfließen kann. Mit einer Pappschachtel wo Hühnereier verpackt sind hatte ich auch schon Erfolg.



Welche Erde sollte man verwenden?


Die Samenkörner benötigen noch keine Nährstoffe. Zum Keimen hat der Samen genügende Nährstoffe von der Mutterpflanze. Bis zum Keimen wird also nicht gedüngt. Es ist auch nicht ratsam vollgedüngte Blumenerde zu verwenden. Der Salzgehalt könnte die Saat verbrennen. Ich empfehle schwach gedüngte Erde wie Anzuchterde oder Torf, man kann auch die Erde von einem Maulwurfshaufen verwenden, sie kommt aus der tieferen Erdschicht und hat dadurch wenig bis keine Beikrautsamen.


Wie sät man aus ?


Es gibt Lichtkeimer und Dunkelkeimer. Der Samen von Lichtkeimer wird einfach auf die Erde gelegt und mit dem Finger leicht angedrückt. Die Dunkelkeimer dagegen werden mit Erde bedeckt. Die Bodentiefe steht meist auf der Samentüte.Ob man Licht- oder Dunkelkeimer hat steht in der Regel ebenfalls auf der Samentüte.Nach dem aussäen wird die Erde ständig feucht gehalten. Gießen sollte man nicht. Durch das Gießen werden die Samen durcheinander gewirbelt, aufgespült oder untergraben. Am besten hat sich bewährt vor dem aussäen die Erde komplett zu Wässern, danach wird gesät, und von nun an mit einer Sprühflache die Erde dauerhaft feucht gehalten. An sehr warmen Sonnentagen kann das bedeuten das man das täglich mehrmals wiederholen muss. Bei den Anzuchtschalen ist eine Plastikabdeckung mit dabei. Aufgesetzt kann man beobachten wie die Schale von innen anläuft (Schwitzen), Der Treibhauseffekt setzt ein. Die Anzuchtgefäße sollen zwar hell stehen, jedoch nicht in der prallen Sonne.


Kräutertöpfe fertig kaufen


Sobald der Handel sich auf den Frühling eingestellt hat, kann man auch fertige Kräutertöpfe ab April kaufen. Man muß damit rechnen das man nicht jede Pflanze die man sich wünscht auch zu kaufen bekommt. Ich fahre immer zweigleisig. Wenn mir ein Kraut gefällt dann kaufe ich es auch, auch wenn ich die gleiche Pflanze per Saatgut vorgezogen habe. Es kann nicht schaden wenn man die eine oder andere doppelt hat. Denn es kann vorkommen das auch mal eine kaputt geht. Dann ist man froh wenn man noch eine Reserve hat. Grundsätzlich sind die fertig gekauften Pflanzen nicht schlechter als die selbst gezogenen. Das kann jeder so machen wie er das gerne möchte.


Das erste mal umtopfen.


Sind die Jungpflanzen 5-6 cm hoch kann man mit dem pickieren beginnen. Man spült das Substrat von der Wurzel mit Wasser ab,ohne dabei die Wurzeln zu beschädigen. Nun topft man die Pflanze in den nächst größeren Topf um. Der Topf sollte nicht mehr als 8 – 10 cm Durchmesser haben, das reicht vollkommen aus. Danach stellt man die Pflanzen zurück auf die Fensterbank. Von nun an wird nur noch umgetopft wenn die Wurzeln im Gefäß keinen Platz mehr finden. Man kann dies daran erkennen, wenn die Wurzeln unten rauskommen. In den ersten 3-4 Wochen ist ein düngen nicht notwendig, da die frische Erde ausreichend Dünger hat. Als Substrat kann man gute Blumenerde, sowie Kräutererde oder auch Anzuchterde verwenden.



Wann kommen die Pflanzen ins freie ?


Sobald die Tiefsttemperaturen nicht unter 12 Grad sinken können die Töpfe raus auf den Balkon oder Terasse. Meist ist das ab Mitte Mai bzw. nach den Eisheiligen. Hat man noch vor dem Mai sonnige warme Tage kann man die Töpfe auch schon tagsüber rausstellen. Dadurch werden die Jungpflanzen schon etwas abgehärtet. Falls die Sonne verschwindet und es dann gleich kühler wird kommen die Pflanzen wieder rein.

Die Töpfe werden im freien so aufgestellt das sie möglichst viel Sonne abbekommen. Auch Wind oder Zugluft sollte vermieden werden. Luftzirkulation empfinden die Pflanzen als angenehm. Sobald die Pflanzen dauerhaft im freien sind sollte man sie ein weiteres mal umtopfen. Jetzt bekommen sie die entgültige Gefäßgröße. Man beachte: Je größer der Topf um so mehr wird das Wachstum beschleunigt, und die Pflanze kann ungehindert in die Höhe und Breite gehen. Ist der Topf zu klein gewählt kann das für die Pflanze nach ein paar Wochen das vorzeitige aus bedeuten. Die Pflanze fängt an zu kümmern weil sich die Wurzeln nicht entfalten können. Wenn die Pflanze erst mal anfängt zu kümmern ist sie dann auch sehr anfällig gegen verschiedene Krankheiten. Es gibt keine Faustregel wie groß der Topf sein muss. Das muß man je nach Kraut selbst herausfinden. Wie groß die Töpfe bei mir sind steht jeweils im Steckbrief der Pflanze. Der kleinste Topf sollte nicht kleiner sein als 10 Liter. Hat man das Kraut in den entgültigen Topf gepflanzt sollte man bis dahin wissen welcher Standort der Beste ist. Die schweren Töpfe lassen sich nur mit Kraftaufwand verrücken. Wer sich nicht ganz sicher ist und einen großen Balkon oder Terasse hat kann auch seine Töpfe auf Rollwagen stellen. Dadurch lässt sich der Standort sehr leicht mit wenig Kraft je nach Sonnenlage leicht verändern.


Die 3 wichtigsten Stellschrauben

Wie oft muss man gießen ?

Wie oft muss man düngen?

Wieviel Licht und Wärme brauchen meine Pflanzen ?


Auf alle 3 Fragen kann man zusammenhängend eingehen. Wasser, Nährstoffe, Licht und Wärme sind für ein gesundes Wachstum einer Pflanze die wichtigsten Parameter. Jede Pflanze möchte in allen dieser Fragen anders behandelt werden. Sie stellen unterschiedliche Ansprüche. Weshalb ist das so ?. Wenn wir uns die Natur anschauen stellen wir fest das nicht jede Pflanze überall wächst. Die Pflanzen wachsen überall dort wo alle Parameter stimmen. Nur dort fängt der Samen an auszutreiben. Wenn wir erfolgreich Kräuter anbauen wollen müssen wir deren Naturstandorte so perfekt wie nur möglich nachahmen. Wie man sieht lassen sich die 3 Fragen gar nicht so leicht beantworten. Man muß auf jede Pflanze individuell eingehen. Sie jeden Tag beobachten um erkennen zu können was sie möchte. In diesem Textbeitrag werden die Fragen auch nicht beantwortet, sondern im Steckbrief jeder Pflanze selbst. Man kann die Pflanzen nicht alle pauschalisieren. Wenn man 10 verschiedene Pflanzen im Topf hält, und alle würden das gleiche bekommen. Nach dem Motto: jeder bekommt jeden Tag 1 Liter Wasser, alle 3 Wochen etwas dünger, und jede Pflanze stelle ich jeden Tag in die Sonne. Nach ein paar Wochen wird von den Pflanzen nicht mehr viel da sein.

Man ist gut beraten wenn man über jede Pflanze ein Tagebuch führt. Dort sollte man nachlesen können an welcher Stellschraube man gedreht hat. Ab und zu von der Pflanze ein Foto zu machen kann auch nicht schaden. Bei dieser Vorgehensweise kann man leicht nachvollziéhen ab wann man einen Haltungsfehler gemacht hat. Wodurch man wieder etwas gelernt hat. Der so genannte „Grüner Daumen“ stellt sich dann von selbst ein. Im nächsten Abschnitt gehe ich auf die Parameter ein.